Über 400 Jahre Peinmühle

  • 1617

    Erstmals erwähnt im Jahr 1617

    Ursprünglicher Name Ranze Mühle und im Eigentum der Grafschaft Solms-Hungen.

  • 1679

    Eigentum der Grafschaft Solms-Braunfels.

  • 1630

    1630–1742

    Zwischen 1630–1742 hatten viele verschiedene Müller die Mühle gepachtet, zum Teil wurde sie ihnen wegen Misswirtschaft wieder abgenommen.

  • 1742

    1742–1825

    war die Familie Pein Pächter der Mühle, von der auch der jetzige Name stammt.

  • 1825

    Ging die Mühle an Carl-Ludwig Zimmer aus der Untermühle zu Lich über.

    Dieser führte auch größere bauliche Maßnahmen durch.

  • 1848

    konnte Zimmer die Mühle Ablösen und ging in sein Eigentum über.

  • 1928

    Bis 1928 war die Mühle im Eigentum der Familie Zimmer und deren Nachkommen.

  • 1936

    1936–1939

    wurde die Mühle verpachtet an Robert und Else Pitzer aus Gießen und man schrotete für den Eigenbedarf

  • 1936

    1936–2002 war Familie Petri Eigentümer

    Das Schroten wurde eingestellt und hauptsächlich Landwirtschaft betrieben.

  • 1996

    wurde das Mühlrad wieder in Stand gesetzt und für die Stromproduktion bis heute verwendet

  • 2002

    verkaufte man die Mühle an Frau Wolf und Herrn Illing

  • 2013

    erwarben Andreas und Sonja Feucht die Peinmühle

    Von da an begannen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen aber immer im Blick, das Alte zu erhalten und mit der Natur verantwortungsvoll und im Einklang umzugehen.

  • 2017

    wurde anlässlich des 400-jährigen Bestehens ein großes Mühlenfest gefeiert

    Ebenfalls 2017 wurde die Peinmühle vom NABU Lich zum „fledermausfreundlichen Haus“ ausgezeichnet.

  • 2018

    wurde die Landwirtschaft wieder aktiviert

    Mit gleichzeitigem Beginn der Zertifizierung zum Naturland-Biobetrieb. Eine kleine Angus Mutterkuhherde wurde gegründet.

  • 2019

    hielt die alte Hausschweinrasse das Schäbisch-Hällische Landschwein Einzug

    Und das erste Storchenpaar liess sich zur Familiengründung nieder. Hierfür wurde mit dem NABU Lich ein Mast mit einem Storchennest aufgestellt.

Tradition, Umwelt und ­Moderne im Einklang

Ursprünglich wurde die Mühle ausschließlich mit Holzöfen beheizt, um diesen Zustand bei der Sanierung mit zu beheben kam, wegen der speziellen Lage im besonders schützenswerten FFH Natura 2000 ­Naturschutzgebiet, nur eine Luftwärmepumpe in Betracht. 

Um Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und ­Vogelschutz-Richtilinie, in denen besonders schützenswerte Arten und Lebensraum­typen genannt werden gerecht zu werden, wurde hier in Zusammenarbeit mit der Fa. Viessmann eine Viessmann Vitocal 300-A Luft/Wasser-Wärmepumpe in kompakter Bauweise zur Außenaufstellung vorgesehen. Außerordentlich leise, durch ein wärme- und schallgedämmtes Gehäuse und witterungsgeführter, digitaler Wärmepumpenreglung sorgt die Luftwärmepumpe für behagliche Wärme und warmes Wasser. Unterstützt wird die Technik zusätzlich von einer Photovoltaikanlage (58,8 qm und 9 kWp Leistung) und einem Stromspeicher beides Fabrikat Viessmann, außerdem soll das alte Mühlrad wieder zur Stromerzeugung genutzt werden, um die autarke Einheit komplett zu machen.

Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist recht einfach erklärt, sie ist mit der eines Kühlschranks vergleichbar, nur umgekehrt. Bei einem Kühlschrank wird die Wärme von innen nach außen geleitet, eine Wärmepumpe funktioniert genau umgekehrt. Die Wärme wird über Vor-und Rücklaufleitungen durch Heizkörper in den Wohnraum geführt. 

Luft steht unbegrenzt zur Verfügung, betrieben wird die Wärmepumpe mit Strom, der hier idealerweise über die Photovoltaikanlage und das Mühlrad absolut umweltfreundlich produziert wird.

Das heißt, die Mühle ist autark. Strom und Wärme wird selbst produziert und das Trinkwasser wird aus einem 9m tiefen Brunnen gespeist. 

Störche, Eisvögel, Kiebitze, Schwalben und Fledermäuse, sind unsere Nachbarn aber auch der Rotmilan, Waschbär und Hermelin sind oft zu Gast.

Mühlenmuseum

Mühlenmuseum

Das kleine Museum ist mit vielen unterschiedlichen Antiquitäten liebevoll bestückt und kann gerne auf Anfrage und nach Terminvereinbarung besichtigt werden. Bitte fragen Sie ihren persönlichen Termin per Mail unter bio@peinmuehle-lich.de an.

Leider ist kein Malwerk oder Walzstuhl mehr vorhanden. Bei der Hofsanierung wurden jedoch diverse alte Mühlsteine im Erdreich entdeckt.

Das Mühlrad wurde 1996 wieder in Stand gesetzt und wird für die Stromproduktion bis heute verwendet.

Wildlebende Tiere auf der Peinmühle

Naturschutz

Die Peinmühle gehört zur Gemeinde Nieder-Bessingen und liegt inmitten der Natur direkt am Bachlauf der Wetter. Die naturbelassene Umgebung bietet vielen heimischen Tieren ein natürliches zuhause. Gemeinsam mit dem NABU Lich wurde bereits 2016 ein Mast mit Nest gestellt und das erste Storchenpaar ließ sich zur Familiengründung nieder. In den Jahren 2019 und 2020 konnten jeweils drei Jungstörche dort aufwachsen.